Dekorationsbild: Kursleiterin mit Teilnehmern, Gebäude einer Volkshochschule

Lernportal der Volkshochschulen sorgt für Kontinuität bei der Integration

Zugewanderte können Integrations- und Berufssprachkurse online fortsetzen


Bonn. Auch in Zeiten ruhender Präsenzkurse können Migrantinnen und Migranten mit Hilfe des vhs-Lernportals weiterhin Deutsch lernen. Der Deutsche Volkshochschul-Verband (DVV), Betreiber des Lernportals, verzeichnet in der aktuellen Corona-Krise eine enorme Nachfrage: Rund 150.000 neue Lernende und mehr als 10.000 Lehrkräfte haben sich im Monat April im vhs-Lernportal registriert, seit das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) die Online-Tutorierung von Integrations- und Berufssprachkursen mit dem vhs-Lernportal fördert. “Die Digitalisierung hat nun auch die Deutschkurse für Zugewanderte erreicht und ermöglicht es, das Deutschlehren und -lernen fortzusetzen, auch wenn der Präsenzunterricht gerade nicht stattfinden kann. Das ist besonders wichtig, damit Migrantinnen und Migranten ihre erworbenen Sprachkenntnisse nicht vergessen und damit sie nicht das Gefühl haben, in der Corona-Krise vergessen und ausgeschlossen zu sein“, sagt die Direktorin des Landesverbands Thüringer Volkshochschulen (TVV) Sylvia Kränke.
Bundesweit bieten Volkshochschulen und andere Bildungseinrichtungen die BAMF-geförderten „Online-Tutorien“ mit dem vhs-Lernportal an. In Thüringen werden 26 Integrations- und Berufssprachkurse der Volkshochschulen im vhs-Lernportal fortgesetzt. Dabei handelt es sich um virtuelle Lerngruppen, die von anerkannten Lehrkräften mit passenden Aufgaben versorgt und beim Lernen betreut werden. Für die Teilnehmenden ist dies ein freiwilliges Zusatzangebot.
„Das Lernportal ist eine gute Alternative, um auch während der Zeit fehlender Präsenzlernmöglichkeiten Deutschkenntnisse zu erlangen, zu festigen und zu üben“, bestätigt Astrid Senjutin-Liehnen, Fachbereichsleiterin an der vhs Arnstadt-Ilmenau. „Die Kurse, z. B. A1 ist genauso aufgebaut, wie ein Lehrwerk strukturiert ist. Der Lerner kann alle "Disziplinen" üben, er kann dies selbständig tun, wir begleiten die Lernenden in Kursen, die von unseren Lehrkräften als Online-Tutoren begleitet werden“, berichtet sie.
Das kostenlose vhs-Lernportal, das mithilfe des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) entwickelt wurde, umfasst digitale Deutschkurse für alle Niveaustufen des Integrationskurses. Es ist in 18 Sprachen übersetzt, so dass auch Anfänger damit lernen können, und erfordert keine technische Ausstattung. Es genügen ein Smartphone und eine Internetverbindung. Über eine einfache Benutzeroberfläche können Lehrkräfte ihre Lerngruppen anlegen, ihnen passende Übungen zuweisen und sie beim Lernen begleiten.
Nicht nur für die Teilnehmenden, auch für die Lehrkräfte bedeutete die Unterbrechung der Kurse einen großen Einschnitt. Denn die Mehrheit von ihnen ist freiberuflich tätig. Durch die Online-Tutorien des vhs-Lernportals wird eine Weiterbeschäftigung von freiberuflichen DaZ-Lehrkräften möglich. „Die Dozenten begleiten ihre Kurse virtuell, sie weisen Übungen zu, betreuen die Lernenden, können Chatfunktionen (neu) mit einbinden, sehen den Lernfortschritt und korrigieren Übungen. Es ist eine sehr gute Alternative für die Lehrenden auch, die Zeit bis zum Beginn der regulären Kurse zu überbrücken“, meint Astrid Senjutin-Liehnen. „Auch nach Beginn der Präsenzkurse sollten (und wir werden es so weiter tun) Lernende das Lernportal ergänzend nutzen. Vorstellbar ist z. B. auch ein Integrationskurs (ev. auch ein Berufssprachkurs), der als Blended-Learning-Kurs stattfindet“, empfiehlt sie.
Aus Sicht der TVV-Verbandsdirektorin Sylvia Kränke ist der nahtlose Übergang zur Nutzung des vhs-Lernportals an den Thüringer Volkshochschulen bei der Überbrückung der Unterbrechung von Integrations- und Berufssprachkursen ein Zeichen dafür, dass die vhs zum einen mit diesem virtuellen Tool für eine Ausnahmesituation bestens ausgestattet sind und zum anderen zum wiederholten Mal bewiesen haben, ein Fels in der Brandung in den Krisenzeiten zu sein, trotz der erschwerten technischen Rahmenbedingungen beispielsweise im ländlichen Raum. „Der TVV e.V. unterstützt die Volkshochschulen, aber auch weitere Kursträger außerhalb der vhs-Community mit vhs-Lernportal-Schulungen und trägt damit dazu bei, dass das Sprachlernen für Zugewanderte auch in der durch das Corona-Virus geprägten Zeit gesichert bleibt“, erklärt Sylvia Kränke.
Die Volkshochschulen sind der wichtigste Anbieter von Integrationskursen in Deutschland. Knapp 40 Prozent aller Teilnehmenden lernen an einer vhs und jede dritte Einrichtung, die die Integrationskurse im Auftrag des BAMF durchführt, ist eine Volkshochschule.


Kontakt
Thüringer Volkshochschulverband e. V.
Swetlana W. Dominnik-Bindi
Leitung Fachreferat 2: DaZ, Integration, Kultur, Diversity
Tel. 03641 53423-22
swetlana.dominnik-bindi@vhs-th.de


Gerne vermitteln wir Interviewpartner in Volkshochschulen, die von ihren praktischen Erfahrungen mit dem Sonderprogramm zum Online Deutschlernen berichten können.


zurück

Thüringer Volkshochschulverband e.V.

Saalbahnhofstr. 27
07743 Jena

Tel.: 03641 53423-10
Fax: 03641 53423-23
E-Mail: Landesverband@vhs-th.de

Öffnungszeiten

Montag - Donnerstag:
08:00 - 17:00 Uhr

Freitag:
08:00 - 15:00 Uhr

Hier finden Sie Publikationen und Materialien für Ihre Kursgestaltung sowie Dokumente zum Download.

VHS
Grundbildung
ich will deutsch lernen