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Mein Name ist Adeline Erwe, ich bin 21 Jahre alt und Studentin an der Friedrich-Schiller Universität Jena. Seit Anfang September 2014 unterrichte ich zwei Englischkurse an der VHS Jena, auf A1-Niveau und A2-Niveau. Von der Möglichkeit am We-Mobil Projekt teilzunehmen erfuhr ich im Januar 2015 und sofort war mir klar: Ich will ein Teil dieses großartigen Projekts sein. Als Erziehungswissenschaftsstudentin, Kursleiterin und ehemaliger Praktikantin an der VHS interessiert mich Erwachsenbildung aber auch das Thema Interkulturelle Öffnung quasi von 'Haus aus'. So wollte ich die Möglichkeit mich im Ausland weiterzubilden nutzen, um meine Erfahrungen dann später gewinnbringend in die VHS, mein Studium und meine Kurse einbringen zu können.  Da ich Englischkurse unterrichte lag es nahe die Fortbildung in einem englischsprachigen Land zu machen und so suchte ich über die Internetseite www.sprachenmarkt.de einen passenden Kurs. In der bezaubernden Universitätsstadt Oxford bietet das Institut The Oxford English Center ein zweiwöchiges Teacher Training an. Diese Fortbildung setzt sich aus zwei Bestandteilen zusammen. Während die TeilnehmerInnen morgens an einem Teacher Traning teilnehmen, findet nachmittags ein Kurs namens Increasing linguistic competence statt. Das Ziel dieses Kurses ist es an der eigenen Sprachkompetenz zu arbeiten und diese weiterhin zu verbessern. Dieses Fortbildungsangebot überzeugte mich und so bewarb ich mich für das Projekt. Nachdem ich die Zusage erhalten hatte buchte ich die Flüge und am Sonntag den 29.03 hieß es dann: Ready, steady, go!.

In Oxford wohnte ich bei einem älteren Ehepaar, Brigit und John, mit denen ich bereits vor meiner Ankunft via Email Kontakt hatte. Beide waren sehr nett und empfingen mich sehr freundlich, als ich am Sonntagabend in Oxford ankam. Am Montag den 30.03 starte dann meine Weiterbildung und zu meiner großen Überraschung stellte sich heraus, dass ich die einzige Teilnehmerin im Teacher Training war. Zuerst war ich deshalb ein bisschen irritiert, doch im Nachhinein betrachtet, war dieser Einzelunterricht ein großer Luxus. So hatte ich nämlich die Möglichkeit am ersten Tag die Inhalte des Kurses mitzubestimmen und gemeinsam mit meiner Trainerin Karen modifizierte ich den Stundenplan nach meinen Wünschen und Bedürfnissen. Da ich an der VHS TeilnehmerInnen auf einem niedrigem Sprachniveau unterrichte, wurde das Teacher Training speziell auf das Unterrichten dieser Lerngruppen angepasst. Beispielhaft behandelten wir folgende Inhalte: developing speaking skills, vocabulary ideas, teaching grammar etc.. Mit Karen habe ich mich sehr gut verstanden und so war der Einzelunterricht nie langweilig und wir hatten viel Spaß im Unterricht. Darüber hinaus hatte ich Zugang zur Lehrerbibliothek des Instituts und durfte mir Lehrmaterial ausleihen und Kopien für meinen eigenen Englischkurs mit nach Deutschland nehmen.  Mein persönliches Highlight während des Projekts war die Möglichkeit selbst eine Unterrichtsstunde für eine Englischanfängergruppe omanischer Soldaten gestalten und halten zu dürfen. Anschließend erhielt ich für diese konstruktive Kritik von meiner Trainerin. Auch der zweite Bestandteil der Weiterbildung, der Kurs Increasing linguistic compentence war sehr lehrreich und interessant. Gemeinsam mit anderen SchülerInnen verschiedensten Alters und aus den verschiedensten Ländern der Welt kommend (Türkei, Japan, Korea, Saudi Arabien), arbeitete ich nachmittags an meiner Sprachkompetenz. Dabei durfte ich auch erfahren, wie unterschiedlich in den verschiedenen Kulturen gelernt wird. Der Unterricht endete um 15.30 und so gab es nachmittags noch genügend Zeit um Oxford zu besichtigen und kulturelle Angebote wahrzunehmen. Nach zwei Wochen flog ich sehr glücklich, inspiriert und voller neuer Ideen für meine Englischkurse wieder zurück nach Deutschland und profitiere seitdem immer wieder von dieser großartigen Erfahrung.

Hier ein paar Bilder meines Irlandkurses. Neben hervorragendem Englisch, Informationen über Geschichte und Literatur des Landes, stand vor allem der Austausch mit anderen Lehrern/Dozenten im Vordergrund. Die Kombination von Unterricht und Exkursionen hat großen Spaß gemacht.

An der Volkshochschule Erfurt bin ich als Bereichs-/Programmleiter für die Fachbereiche Fremdsprachen, Integrationskurse, Integrationsprojekte und Sprachprüfungen tätig. Um meine Französischkenntnisse zu verbessern, besuchte ich eine Woche lang einen B2-Sprachkurs in Antibes. Seit 1985 bietet das Centre International d'Antibes jedes Jahr mehr als 2500 erwachsenen Schülern die Möglichkeit, Französisch zu lernen. Das Erlernen der Sprache wird durch aktive, motivierende Unterrichtsmethoden, vorzügliche Kursorte und durch den Austausch der Schüler untereinander verwirklicht.

Die Schule führt am ersten Tag einen Einstufungstest durch und verteilt die Lernenden auf Kurse mit den entsprechenden Niveaustufen und höchstens 12 Teilnehmenden. Die Lerner kommen aus der ganzen Welt (zum Glück war ich der einzige Deutsche im Kurs) und schaffen so eine interessante und motivierende Lernatmosphäre. Am Nachmittag werden Filme, Konzerte oder thematische Stadtführungen angeboten. Highlights in Antibes sind das Picasso-Museum direkt am Meer, das Karikaturenmuseum Peynet oder die Skulpturen von Nicolas Lavarenne, die über das Stadtgebiet verteilt sind. Die nahegelegenen Städte Nizza, Cannes und Saint-Paul-de-Vence laden zu Exkursionen ein.

Vielen Dank an der Team vom TVV und im Besonderen an Johannes Lange für die Unterstützung bei der WE-Mobil-Antragstellung und für die gesamte Koordinierung dieses Projektes, das meine Sprachkenntnisse und meinen interkulturellen Erfahrungsschatz erweitert hat.

Ich hatte das große Glück, im Rahmen der Mobilität Erasmus + einen Portugiesisch-Sprachkurs in Porto zu machen. Über meine Portugiesisch-Dozentin an unserer Volkshochschule Wiesbaden ließ sich der Kontakt zu einer sehr guten Sprachschule im Zentrum von Porto ausmachen. Dort sollte ich eine Woche von 9h-16h einen Intensivkurs besuchen. Ich arbeite als Programmbereichsleitung für die Fremdsprachen an der Volkshochschule. Mein Ziel ist es, langfristig meine Kenntnisse weiterer romanischer Sprachen zu vertiefen, um in der Kommunikation mit Dozenten und Kunden näher an meinem Gesprächspartner sein zu können, und um sie besser beraten zu können. Der Sprachaufenthalt im Land sollte für mich eine tolle Möglichkeit werden, mit großen Fortschritten Portugiesisch zu lernen. Ein halbes Jahr zuvor besuchte ich an unserer Volkshochschule einen Anfängerkurs und konnte somit meine ersten Gehversuche in der neuen Sprache wagen. Für die Zeit in Porto bemühte ich mich um den Aufenthalt bei einer Gastfamilie. Ich wollte den Alltag erleben und die Kultur besser kennen lernen.
Ich wurde sehr freundlich von meiner Gastfamilie aufgenommen, mit der ich auch weiterhin in Kontakt stehe. Sie nahmen mich nach meinem Unterricht überall hin mit, ich aß mit ihnen und lernte so die Alltagssprache und die portugiesischen Gebräuche kennen.
Der Unterricht an der Sprachschule war für mich in jeder Hinsicht ideal. In kleinen Gruppen von fünf Lernenden arbeiteten wir am Vormittag von 9-13h an unterschiedlichen Themen. Aus didaktisch-methodischer Perspektive war sehr interessant, dass die Dozenten mit einer sehr heterogenen Gruppe arbeiten. Wir Lernenden konnten uns dadurch gegenseitig stark bereichern, Stärkere stützten Schwächere und wiederholten und festigten dadurch Gelerntes, Schwächere konnten vom Wortschatz und dem Sprachgefühl der anderen profitieren. Dies war für mich eine neue Erfahrung. In den Volkshochschulen versuchen wir Lernende der Fremdsprachen möglichst gut in ein Sprachniveau einzustufen, um das Lernen in homogenen Gruppen zu ermöglichen. Für mich eröffnen sich seit Porto neue Perspektiven des gemeinsamen Lernens in heterogenen Gruppen, die ich als Impulse in meinen Kursleiterfortbildungen weitergebe und zur Diskussion stelle. Am Nachmittag hatte ich von 14-16h Einzelunterricht. Das hat mir geholfen, noch mehr ins Sprechen zu kommen.
Neben dem Sprachunterricht konnte ich außerdem einen guten Einblick in das betriebswirtschaftliche Arbeiten in einer kleinen Sprachschule erhalten. Das war im Vergleich zu einer mittelstädtischen Volkshochschule sehr interessant. Die wirtschaftliche Situation in Portugal gestaltet sich leider sehr schwierig. Kleinstbetriebe wie die Sprachschule in Porto arbeiten sehr hart und schaffen es, höchst qualitativen Unterricht zu garantieren. Das hat mich sehr beeindruckt.
Mit der Leiterin der Sprachschule ist ein sehr kollegialer Kontakt entstanden, sodass wir aller Voraussicht nach einen gemeinsamen Sprachstandstest für die portugiesische Sprache entwickeln werden. Dass ein Aufenthalt solche Früchte tragen wird, hatte ich mir nicht erhofft und bin sehr froh darüber.
In meiner Freizeit habe ich Land und Leute kennenlernen dürfen. Dies hat meinen Horizont ungemein erweitert. Ich bin mit neuen Impulsen im pädagogischen Bereich, mit einem alltagstauglichen Portugiesisch und mit bunten Erinnerungen in den Berufsalltag zurückgekommen und kann vieles jetzt aus einer anderen und entspannteren Warte angehen. Die Mobilität ist eine großartige Sache,
die es mir ermöglicht hat, meine Ansätze zu überdenken und mein Arbeitsumfeld mit neuen Ideen zu bereichern.

Zusammen mit einer Kollegin führten wir letztes Wochenende an der VHS Bad Homburg unser Training: „Yes, I can – Englisch sprechen mal anders“ durch. Das Training adressiert sich an Menschen, die Unsicherheiten beim Englischsprechen haben.

Im Spätsommer bekam ich über Herr Lange die Gelegenheit, an einer Mobilität in England teilzunehmen. Bewusst wählte ich mir die inlingua Sprachschule in Cheltenham aus, mit der wir (mit meiner Sprachschule) zusammenarbeiten und begab ich mich in die Rolle der Lernenden.

Methodentrainings habe ich schon einige belegt. Interessant war für mich vielmehr, wie sich Lernende fühlen. Was ich als besonders bereichernd mitnehme, ist der Umgang mit Fehlern. Viele Deutsche haben einen Hang zu Perfektionismus und ein ausgeprägtes Leistungsdenken. Beim Sprachenlernen kann es mich unter Druck setzen und hinderlich sein. In England ist der Umgang mit Fehlern entspannter. Die Korrektur erfolgt in konstruktiver Form und nicht als „Fehler gemacht!“.

Der Aufenthalt bei meinen beiden Gastfamilien war eine ergänzende Bereicherung und gab mir nochmals tiefere Einblicke in das Leben von englischen Familien.

In unserer Kursbeschreibung hatten wir den Satz „Fehlermachen ist unbedingt erlaubt!“ mit aufgeführt. Wir haben  u.a. mit Techniken aus der Improvisation gearbeitet, da gehören Fehler einfach dazu. Außerdem kann ich aus ihnen lernen. Wer nicht probiert, macht keine Fehler und lernt folglich auch nicht. Dank meines Trainings in England konnte ich es auch authentisch leben. Die Teilnehmer spüren, ob ich lebe, was ich sage. Deswegen finde ich es immer wieder so wichtig, ins Land zu fahren. Die Mobilitäten geben uns Trainern die Möglichkeit dazu und wir können damit unsere Teilnehmer an unseren Erfahrungen teilhaben lassen.

Solche Mobilitäts-Erfahrungen erweitern unseren Horizont und sie helfen uns, Offenheit und Toleranz aktiv vorzuleben.

Ende Mai war es endlich soweit: ich packte meinen Koffer und fuhr zur Erasmus+ - Weiterbildung nach Lucca. Die Stadt kannte ich bereits, weil ich dort schon mehrmals Urlaub gemacht habe. Auch die Schule war mir nicht fremd, hatte ich doch bereits in 2016 eine Mobilität bei Koiné  in Lucca absolviert. Und trotzdem: es ist immer wieder aufregend und spannend, 14 Tage lang „die Schulbank zu drücken“ und sich auf neue Inhalte, Menschen und Begegnungen in einem multikulturellen Umfeld einzulassen!

Koiné setzt sehr konsequent eine speziell dort entwickelte induktiv-kommunikative Methode des Sprachenlernens ein. Durch meinen Aufenthalt in 2016 war ich bereits mit dem didaktisch-methodischen Ansatz der Schule vertraut und das maßgeschneiderte und auf mich zugeschnittene Programm dieses Jahrs stellte somit eine sinnvolle Erweiterung und Ergänzung des bereits Gelernten dar. Im theoretischen Teil des Kurses ging es beispielsweise um die Fehlerbehandlung ohne Beeinflussung des Redeflusses, die Stärkung des Selbstvertrauens der Lerner auch in Anfängerkursen und um die Frage, wie wir als Unterrichtende die Lernerautonomie fördern können.

Besonders aufschlussreich war für mich auch der praktische Teil, nämlich das Hospitieren am Unterricht. Dabei hatte ich Gelegenheit, zu reflektieren, wie andere Dozenten mit unterschiedlichen Problemstellungen umgehen und wie sich die Lernenden fühlen, wenn sie mit neuen Inhalten konfrontiert werden.

Nachmittags nahm ich am kulturellen Rahmenprogramm teil, das die Schule anbot. Dazu gehörten unter anderem eine Stadtführung mit anschließendem Aperitif, die Besichtigung des Museum Guinigi und ein sehr gut besuchter Vortrag von Gino Strada, dem Gründer der italienischen Hilfsorganisation Emergency. Lucca ist eine wunderbare, von den Römern gegründete, mittelgroße Stadt, umgeben von einer 500 Jahre alten, fünf Kilometer langen Stadtmauer, auf der die Einwohner und die Touristen gleichermaßen spazieren gehen, joggen, Fahrrad fahren und Picknick machen. Der Stadtkern wurde im Mittelalter errichtet, wobei hier der besondere Einfluss der Romanik aus Pisa sichtbar wird. Besonders wichtig für meine Kursteilnehmer sind auch immer die kulinarischen Besonderheiten: in Lucca gibt es beispielsweise den buccellato, einen gar nicht so süßen Kuchen mit Anis, und die  zuppa lucchese, eine Suppe aus verschiedenen Gemüsesorten und Hülsenfrüchten.

Sicherlich war ich nicht das letzte Mal in dieser tollen toskanischen Stadt!

„BeREICHern wir uns gegenseitig durch unsere Unterschiede.“ Paul Valery

Angeregt durch den Bericht von Iris Florstedt aus dem Jahr 2018 über ihre Erfahrungen zu ihrem Keramikkurs auf Kreta, bin ich neugierig geworden und habe ich mich für diesen Kurs beworben.

An dem Gruppenkurs der Erasmus + We-Mobilität nahmen noch weitere 8 Frauen teil.

Am 1. Tag besuchten wir im Töpferdorf Margarites vier verschiedene Keramik-Werkstätten, in denen jeweils das spezifische Angebot – vom traditionell bis modern in Verbindung mit alter Tradition – gezeigt wurde. In jeder Töpferei sahen wir, wie ein typisches Töpferstück entsteht. George Dalamvelas zeigte und erklärte uns den gesamten Ablauf: Vom Abbau des Tons in den Bergen, das Aufbereiten des Tons bis hin zum plastischen Material, das Drehen eines Gegenstandes, das Ein- und Ausräumen des Ofens, das Brennen in einem historischen Ofen, der mit Olivenholz befeuert wird und das Reinigen der Ware für den Verkauf. Das alles ist in einem Video auf seiner Website anschaulich dargestellt: www.keramion.gr. Durch einen Hinweis von George nahmen wir am Abend an einem Benefiz-Konzert teil, auf dem kretische Musik und Tänze aufgeführt wurden. Ein Erlebnis, das unter die Haut ging.

Der nächste Tag führte uns in das Archäologische Museum in Heraklion: https://heraklionmuseum.gr/ . Keramik und Architektur liefern Aussagen über die vergangene Kultur der Minoer. Zurück ging unsere Fahrt durch das Hinterland – eine wunderschöne Berglandschaft mit idyllischen Dörfern und gemütlichen Tavernen.

An zwei Tagen haben wir unter fachkundiger Anleitung in einer einheimischen Töpferwerkstatt gearbeitet und gelernt, wie an der Töpferscheibe ein Keramikgefäß entsteht – ein intensives Erlebnis.

Der 5. Tag: In Eleftherna besuchten wir das Archäologische Museum: http://www.alphanumismatics.gr/ und eine historische Ausgrabungsstätte.  Ein besonderer Höhepunkt war der „Minoische Abend“ im Kouriton House, den Anastasia, die „Hausmutter“ für uns vorbereitet hat. Der Tisch war wunderbar gestaltet: mit regionalen Produkten, mit Büchern über Keramik und Geschichte, mit Kräutern und mit typischem keramischen Alltagsgeschirr. Zusammen mit einer Nachbarin zeigte sie uns Schritt für Schritt wie die Speisen zubereitet werden.

Durch den Kurs habe ich viel gelernt: über die Geschichte, die Kultur, die Lebensweise und Bräuche der kretischen Menschen, das traditionelle Töpfern und das alles eingebettet in eine wunderschöne Landschaft. Sehr interessant war für mich auch der Austausch mit den anderen Kursteilnehmerinnen. Die Gespräche haben mich inspiriert neue Inhalte in meine Kurse aufzunehmen. Ich bin dankbar, dass ich an dieser Form der Fortbildung teilnehmen durfte. Ich danke allen, die es ermöglicht haben.

Mobilität nach Island - Lernen und Lehren

“Würden Sie auch im Ausland lehren wollen? - Ja, warum nicht. - Dann muss der Gastort mindestens 2000 km entfernt sein.” Und so bin ich nach langer
Kontaktsuche auf Island gelandet, um ein mir bis dahin völlig unbekanntes Land, seine Sprache und Kultur kennenzulernen. Zuerst ein Crash Course Islandic A1 an der University of the Westfjords, Außenstelle Nupur - 30 km von jedweder Infrastruktur entfernt, dafür wunderschön direkt am Fjord gelegen. Ein idealer Ort für Intensivtraining: vier Stunden Sprachkurs am Morgen, landestypisches Mittagessen im Speisesaal, vier Wahlstunden am Nachmittag, Film oder Singen am Abend. Keinerlei Ablenkung, dafür Lernen in einer internationalen Gruppe gemischten Alters und mit unterschiedlichen Lernzielen. Erstaunlich, wie viel man in einer Woche aufnehmen und verstehen, wovon und womit (nicht nur Lieder oder Kinderbücher, sondern auch Nachrufe oder Küchenzetttel, Bilder und Urkunden verwandelten sich in Lehrmaterial) man lernen kann.
Die wichtigste Erfahrung dabei war allerdings, sich seit langer Zeit wieder in der Situation des Schülers ohne Vorkenntnisse, der dem Lehrer bedingungslos vertrauen muss, zu befinden. Nach einer Nacht in Reykjavik und mehrfachem Umsteigen brachte mich die Fähre auf die größte und einzige bewohnte Insel der Westman Islands ganz im Süden. Hier durfte ich die uneingeschränkte Gastfreundschaft im Haus einer Deutschlehrerin genießen und wurde herzlichst vom Kollegium der Framhaldsskólinn i Vestmannaeyjum, einer freien Schule des Upper Secondary Level, aufgenommen. Ich habe problemlos die Deutschstunden auf den Niveaus A1 und B1 übernommen, wurde in ein internationales Projekt zur Entwicklung von Lehrmitteln integriert und durfte erfahren, wie fächerübergreifend lehrreich es sein und wie viel Freude es machen kann, wenn Schüler in einer eigens dafür eingerichteten Werkstatt (FabLab) ihre Lehrmittel selbst gestalten und herstellen.
Hier wurde die Idee geboren, Sprachunterricht an der VHS künftig auch in andere Funktionsräume wie Kreativwerkstatt, Computerzimmer oder Küche zu verlegen. Fazit: Diese zwei Wochen waren ein wunderbares Erlebnis, währenddessen ich viel Neues für meine Arbeit als Kursleiterin in Sprachkursen erfahren und dauerhafte Kontakte für den Austausch von Ideen und Materialien knüpfen konnte.

Ich kann eine solche Mobilität nur wärmstens empfehlen!

Im September habe ich im Rahmen einer Erasmus+WE-Mobilität einen kombinierten Sprach-, Kultur- und Methodik/Didaktik-Kurs an der Scuola Porta d'Oriente im wunderschönen Apulien (Otranto) gemacht. Die täglichen 5 Stunden Unterricht, die wirklich nur so verflogen sind,  haben mir unglaublich viele Impulse und Inspirationen in jeglicher Hinsicht für meinen Unterricht gegeben und meine Kursteilnehmer/innen in Gotha haben dies nach meiner Rückkehr sofort gespürt;  einige Inhalte konnte ich bereits im Unterricht umsetzen und sie sind bei den Teilnehmern sehr gut angekommen und haben zu angeregten Diskussionen geführt.   
Die zwei von der Schule geleiteten Ausflüge am Nachmittag haben die Einblicke in die Kultur Apuliens weiter vertieft. 
Auf den Fotos sieht man zum einen natürlich die malerische Kulisse des Ortes Otranto, auf den anderen unseren Kurs und einen "Kücheneinsatz", bei dem die typischen Nudeln "Orecchiette" aus Wasser und Mehl per Hand hergestellt wurden. Die Zusammensetzung des Kurses aus  Lehrern verschiedener Nationen (Schweden, Italien, Polen und England) war ein weiterer wichtiger Schwerpunkt und Gewinn dieser Mobiliät. Der fachliche Austausch und der Blick auf die anderen Kulturen hat uns alle bereichert und uns allen Kontakte verschafft, die wir bis jetzt aufrecht erhalten. 
Meine dringende Empfehlung: nutzen Sie die Chance einer WE-Mobilität - ich denke bereits darüber nach, ob ich für 2016 diese Chance nochmal in Anspruch nehme ...
 

Ich habe an dem ''Britsh Language, Life and Culture'' Kurs an der Pilgrim-Schule in Canterbury teilgenommen, der mir von meinem Kollegen empfohlen wurde. Der Kurs war insgesamt sehr interessant und informativ, und ich war begeistert. Unter anderem standen folgende Themen im Fokus: Religionen in Großbritannien, geographische Daten, Klassensystem in der Gesellschaft, unterschiedliche Varianten der modernen englischen Sprache, Sport, Multikulturalismus, Britische Höflichkeit, Akzente, Nächstenliebe, Pub Kultur, Polizei in Großbritannien, Migration...

Die Kursleiterin hat alle unsere Fragen beantwortet und war voller Elan. Sie hat alle Kursteilnehmer sehr motiviert. Wir haben viele Aktivitäten zusammen gemacht, wie zum Beispiel eine Stadtbesichtigung und auch diverse Spiele. Einige davon benutze ich inzwischen in  meinem eigenen Unterricht, worüber es bisher viele positives Feedback gab.

Ein Besuch in einer Bar diente nicht nur dazu, die Gastronomie zu erproben, sondern auch, die britischen Sitten für Etikette und Kultur kennenzulernen.

Die Pilgrim Schule hat viele kostenlose Abendaktivitäten angeboten, die sehr interessant und amüsant waren. Die Stadt Canterbury ist zwar nicht groß aber hat einiges zu bieten. Man kann auch für ein Wochenende nach London fahren um die kulturelle Vielfalt in der Metropole zu erleben. Es liegt nur eine Stunde mit dem Zug entfernt.

 

Czesc! Wir, zwei  langjährig tätige Dozentinnen  in Deutsch- und Integrationskursen der VHS Darmstadt-Dieburg, machten uns im Sommer 2016 auf den Weg zu unseren polnischen Nachbarn, um die Sprache, Kultur und die Menschen dort näher kennenzulernen.

Als Ort  für unser Experiment des Perspektivenwechsels suchten wir uns die zweitgrößte Stadt Polens, die alte Hauptstadt Krakau aus, um dort die Schulbank zu drücken.

Vormittags erwarben wir Grundkenntnisse der polnischen Sprache in einem einwöchigen Intensivkurs bei „GLOSSA“, einer privaten Sprachschule. Über fremde Grammatik und Phonetik kamen wir tüchtig ins Schwitzen. Nachmittags „entspannten“ wir uns bei Workshops, wie z.B. betreffs der polnischen Adjektive zum Wortfeld Süßigkeiten oder themenspezifischen Stadtführungen.

Die verbleibende Zeit nutzten wir ausgiebig, um die Sehenswürdigkeiten der Altstadt (Kirchen, Kirchen, Kirchen) und die kulturellen Highlights (z.B. da Vincis „Dame mit dem Hermelin“) zu erobern. Bei bestem Wetter und entspannter Stimmung fiel es uns leicht, alle Wege zu Fuß zurückzulegen, zumal die polnische Gastronomie reichlich Verlockungen am Wegesrand bereithielt. Parallel zu unserem Aufenthalt begann die Stadt sich mit jungen Menschen zu füllen, die am Weltjugendtag der katholischen Kirche teilnehmen wollten, der mit viel Musik auf den öffentlichen Plätzen seinen Anfang nahm.

Unsere Wohnung lag zentral, direkt über der Sprachschule, wir waren mitten im polnischen Leben angekommen und fühlten uns trotz der sehr herausfordernden Sprache herzlich willkommen. Neben dem Spracherwerb hat uns der Aufenthalt eine Vielzahl neuer, teils überraschender Eindrücke vermittelt und pädagogische Inspirationen für unsere Berufstätigkeit eingetragen.

Unsere neu erworbenen, noch wackeligen  Sprachkenntnisse haben wir zum Vergnügen unserer polnischen Kursteilnehmer umgehend in der Praxis erprobt und werden diesbezüglich „am Ball bleiben“.  Do widzenia Polska!