Rückblick auf die Fachtagung Gemeinsam gegen Einsamkeit (04.06.2026)

Am 04.06.2026 fand in Weimar mit der Fachtagung „Gemeinsam gegen Einsamkeit“ der erste Auftakt einer thüringenweiten Kooperation verschiedener Institutionen und Einrichtungen statt. Federführend wurde die Tagung organisiert vom Thüringer Volkshochschulverband e.V., der Landesvereinigung für Gesundheitsförderung Thüringen e.V. (Agethur), der Marie-Seebach-Stiftung sowie dem Thüringer Landesseniorenrat. Ziel dieser Initiative ist die enge Zusammenarbeit zwischen Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft, um die Vorbeugung der Einsamkeit in der Gesellschaft gemeinsam in Angriff zu nehmen.  

Beim einleitenden Grußwort betonte Staatssekretärin Tina Rudolph vom Thüringer Ministerium für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie, dass Einsamkeit vor niemandem Halt macht und Menschen in jeder Altersgruppe davon betroffen sein können, vulnerable Gruppen dabei jedoch besonders berücksichtigt werden müssen. Auch Ministerpräsident Mario Voigt stellte in seinem überbrachten Grußwort klar: „Thüringen lebt vom Miteinander: von starken Nachbarschaften, engagiertem Ehrenamt und Menschen, die füreinander Verantwortung übernehmen. Umso wichtiger ist es, Einsamkeit nicht als individuelles Schicksal abzutun, sondern ihr gemeinsam mit konkreten Ideen und echter Aufmerksamkeit zu begegnen.“ 

Reale Lebensgeschichten gepaart mit statistischen Daten präsentierte im Anschluss PD Dr. Janosch Schobin vom Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V. in seinem Vortrag „Einsamkeit als gesellschaftliche und politische Herausforderung. Zur Erforschung förderlicher und hinderlicher Faktoren in der Vorbeugung und Bekämpfung von Einsamkeit“. 

Kurze Pitches verschiedener Akteure luden am Nachmittag dazu ein, verschiedene Wege zur Ansprache, Begleitung und Beratung einsamer Menschen kennenzulernen und sich auszutauschen, u. a. berichtete eine 100-jährige Bewohnerin der Marie-Seebach-Stiftung von der Gemeinschaft und dem Zusammenleben im betreuten Wohnumfeld der Stiftung. 

Zum Abschluss erwartete das Publikum noch ein thematischer Ausflug in den Berufsalltag des Tatort-Reinigers Thomas Kundt, der häufig mit Situationen konfrontiert ist, in denen Menschen lange unentdeckt versterben – oftmals in Verbindung mit sozialer Isolation und Einsamkeit. Aus seiner beruflichen Praxis schildert er eindrücklich, welche gesellschaftlichen Folgen Vereinsamung haben kann und wo soziale Strukturen nicht (mehr) greifen.

Begleitet wurde die Veranstaltung von der performistischen Vereinigung “Hysterisches Globusgefühl”, die durch künstlerische Interventionen der Bedeutung des Themas Nachdruck verliehen. 

Die Verabschiedung der gemeinsamen Erklärung setzt den Startschuss für eine langfristige Kooperation zur Einsamkeitsprävention.

Möchten Sie bei diesem Ziel mitwirken? Wenn Sie Teil der Initiative werden möchten, melden Sie sich gerne bei uns über das Formular auf der Themenseite zur Initiative

© Bildrechte: Thomas Müller, Weimar 

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